Stoffwechselanalyse – Stoffwechsel messen statt Grundumsatz berechnen

22 November 2018
5 min read

Den eigenen Kalorienbedarf berechnen gehört mittlerweile fast zum Alltag.

Fitness Tracker sind allgegenwärtig, man zählt Schritte, dokumentiert Sporteinheiten und am Ende des Tages sagt einem die App wie viele Kalorien verbraucht wurden. Aber funktionieren diese Methoden als Kalorienrechner wirklich? Sind sie tatsächlich für jeden gleichermaßen zutreffend oder wann macht eine metabolische Stoffwechselanalyse vielleicht mehr Sinn?

Ernährungsberatung mit Stoffwechselanalyse

 

Was ist der tägliche Kalorienbedarf und was ist der Grundumsatz?

Der sogenannte Grundumsatz bezeichnet den Energieverbrauch unseres Körpers unter strikten Ruhebedingungen. In diesem Zustand brauchen wir Energie nur zur Aufrechterhaltung unserer grundlegenden Körperfunktionen wie z.B. Atmung, Gehirnaktivität und Blutkreislauf.

Der tatsächliche tägliche Kalorienverbrauch liegt aber logischerweise höher. Im Alltag bewegen wir uns – wir essen, arbeiten und treiben Sport. Je nach dem wie körperlich anstrengend sich unser Leben gestaltet variiert auch unser Energiebedarf. Auch Verdauung und Wärmeproduktion tragen zum Kalorienverbrauch bei.

Zusammengefasst setzt sich der tägliche Kalorienbedarf zusammen aus dem Grundumsatz und dem Energieverbrauch aus körperlicher Aktivität, Thermogenese und Verdauung.

Die Zusammensetzung des Grundumsatz

Wie lässt sich der Grundumsatz berechnen?

Im Internet findet man zahlreiche Möglichkeiten um seinen Grundumsatz bzw. täglichen Kalorienbedarf zu berechnen. Alle Formeln arbeiten dabei nach dem gleichen Prinzip. In Abhängigkeit von Körpergröße, Körpergewicht, Alter und Geschlecht wird der Grundumsatz berechnet. Gibt man dazu noch zusätzlich an, wie „aktiv“ man im Alltag ist, wird auch der gesamte tägliche Kalorienverbrauch geschätzt. Aber kann eine Formel wirklich etwas so individuelles wie den Energiebedarf bestimmen?

Nun, hinter diesen Formeln liegt eine reine empirische Annahme. Nach dem Motto: Wenn wir 100 Leute anschauen… dann liegt der DURCHSCHNITTLICHE Energieverbrauch bei diesen Menschen bei x kcal am Tag. Natürlich ist klar, dass es in der Gruppe auch Abweichungen nach oben und unten gibt. Alle Werte zusammen genommen ergeben einen groben Durchschnittswert, aber was wenn man nicht dem Durchschnitt entspricht?

Was verstehen wir eigentlich unter Stoffwechsel?

Jede Zelle in unserem Körper benötigt Energie um ihre Funktionen ausführen zu können. Diese Energie kann sie selbst „produzieren“, in dem sie Stoffwechsel betreibt. Stoffwechsel bedeutet die Umwandlung von energiehaltigen „Brennstoffen“ (sogenannten Substraten) zu denen die Fette, Kohlenhydrate und Proteine zählen.

Beim „Verbrennen“ bzw. Verstoffwechseln dieser Substrate benötigt die Zelle Sauerstoff. Sauerstoff wird über die Atmung und das Herz-Kreislaufsystem in die Zelle transportiert. Hier findet dann eine energiereiche Reaktion statt, bei der Sauerstoff verbraucht wird und CO2 als eine Art „Abgas“ entsteht.

Atemgase und der Stoffwechsel des Menschen

Was bedingt unsere Stoffwechselaktivität und wie kann ich meinen Stoffwechsel beschleunigen?

Wir alle kennen das Phänomen, dass es Menschen gibt die scheinbar nie zunehmen. Umgangssprachlich hört man hier häufig Begriffe wie gute bzw. schlechte „Stoffwechseltypen“, „Fatburner“ , etc. Es scheint hier also Unterschiede in der Stoffwechselaktivität zu geben. Hier kann eine Stoffwechselanalyse Aufschluss geben.

Es gibt Faktoren die den Grundumsatz unabhängig von Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht beeinflussen. Viele dieser Faktoren können wir leider nur bedingt beeinflussen, weil eine gewisse genetische Prädisposition vorliegt. Gewisses Grundverhalten unseres Stoffwechsels und entsprechende Mechanismen können wir allerdings durchaus verändern.

Einfluss der Ernährung auf den Stoffwechsel

Die Regulation welches Substrat zur Energiegewinnung genutzt wird ist ein komplexes Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren, welches stark hormonell kontrolliert wird. Kohlenhydratverarmte Phasen durch z.B. ein intermittierendes Fasten oder eine temporäre Low-Carb Diät können da helfen. Aber nur weil man z.B. wenige Kohlenhydrate isst, findet nicht unbedingt eine maximale Fettverbrennung statt. Vielmehr ist es ein langwieriger Prozess seinen Organismus daran zu gewöhnen bevorzugt Fette zu verbrennen.

Einfluss der Körperkompostion auf den Grundumsatz

Ein sehr wichtiger Faktor, den wir beeinflussen können, ist die Körperkomposition. Grundsätzlich gilt: Je höher der Muskelanteil, desto höher ist der Grundumsatz. Zwei Personen gleichen Geschlechts und Alters, mit gleichem Gewicht, haben einen grundlegend unterschiedlichen Energieumsatz, wenn der eine anteilig mehr Muskeln hat als der andere. Das sehen wir auch in unserer Stoffwechselanalyse! Fett ist „energetisch faul“ – denn es ist darauf spezialisiert Energie zu speichern und nicht zu verbrennen. Deshalb wollen wir diese „Polster“ gerne los werden und durch Muskeln „ersetzen“. Eine sehr wirkungsvolle Maßnahme um den Stoffwechsel anzukurbeln.

Körperfettmessung während Stoffwechselanalyse

Was misst eine Stoffwechselanalyse?

Bei einer Stoffwechselanalyse wird ein spirometrisches Atemgasanalyseverfahren angewendet. Klingt kompliziert, beruht aber letztendlich auf dem Fakt, dass im Stoffwechsel Sauerstoff verbraucht wird um aus Kohlenhydraten und Fetten Energie zu gewinnen. CO2 entsteht dabei als eine Art „Abgas“ und wird ausgeatmet. Bei der metabolischen Stoffwechselanalyse messen wir genau das. Es wird bestimmt wie viel Sauerstoff der Körper aufnimmt und wie viel CO2 er produziert. Wir können also über die Atemgase messen was im Körper gerade passiert und wie viel Energie verbraucht wird. Diese Messung dauert ca. 15-20 min. Am Ende erfahren wir wie hoch der tatsächliche individuelle Kalorienbedarf in Ruhe ist. Bei unseren Messungen sehen wir meist Abweichungen von bis zu 20-30% von dem mit einer Formel berechneten Energieumsatz.

Beispiel einer Stoffwechselanalyse mit Grundumsatzmessung

Zusammengefasst wird ein langsamer Stoffwechseltyp in der Stoffwechselanalyse einen Energieumsatz zeigen der unter dem berechneten Wert des Kalorienrechners liegt. Dieser Mensch verbrennt weniger Energie als die durchschnittliche Vergleichsperson. Die Formel würde also seinen Grundumsatz/Energiebedarf überschätzen. Andersherum würde bei einem schnellen Stoffwechseltyp die Formel den Energiebedarf unterschätzen. Diese Menschen haben einen höheren Energieverbrauch als die durchschnittliche Vergleichsgruppe und würden bei gleicher Ernährung mehr zunehmen.

Beispiel einer Stoffwechselanalyse mit Ruheumsatzmessung

Wie kann eine Stoffwechselanalyse zur Gewichtsreduktion beitragen?

Wer Gewicht verlieren oder zunehmen will muss sich zwangsläufig mit seiner Energiebilanz und Stoffwechselaktivität beschäftigen. Wenn das Ziel ist Gewicht zu verlieren, muss am Ende des Tages eine negative Bilanz stehen. Das heißt, man muss mehr Energie verbraucht haben als man zu sich genommen hat. Mit Hilfe der Stoffwechselanalyse lässt sich der individuelle Kalorienbedarf exakt bestimmen. Keine Berechnung, keine Schätzung, kein „one fits all“. Am Ende der Messung siehst du was bei dir wirklich passiert und wie „aktiv“ dein Stoffwechsel ist.

Energiebilanz im Stoffwechsel

Gibt die Stoffwechselanalyse auch Aufschluss darüber wie gut ich Fett verbrennen kann?

Ja. Neben einem Wissen über den genauen Kalorienbedarf gibt die Stoffwechselmessung noch weitere Aufschlüsse. Wir können ebenfalls Rückschlüsse ziehen, ob jemand eher ein Kohlenhydratverbraucher ist oder der Körper ein echter Fatburner zu sein scheint. Das ist möglich anhand des gemessenen Verhältnisses von verbrauchtem O2 und produziertem CO2 (wir ermitteln der sogenannten „respiratorischen Quotienten“). Je nach erhobenen Werten lassen sich dann individuelle Ernährungsempfehlungen ableiten und umsetzen.

Die Stoffwechselanalyse dient damit als Grundlage für alle Überlegungen und Interventionen in Sachen Ernährung.

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